Trauzimmer in der Molitors Mühle

Was bleiben darf

Wahre Werte verdienen Aufmerksamkeit.

Molitors Mühle ist ein Haus, das über Generationen gewachsen ist.

Mit ihm sind Dinge geblieben, die uns bis heute begleiten: der große Schornstein, Mahlsteine und Mühlräder aus der Mühlenzeit, historische Möbel, Takenplatten, Werkzeuge und technische Zeugnisse vergangener Jahrhunderte, handgeknüpfte edle Perserteppiche, alte Delfter Kacheln, etc.

Sie erzählen von Handwerk, Beständigkeit, Erfindungsgeist und von Generationen von Menschen, die diesem Ort ihren Ausdruck gegeben haben.

Wir lieben Dinge, bei denen man spürt, dass Menschen Zeit, Können und Aufmerksamkeit in ihre Entstehung gelegt haben.
Dinge mit Charakter. Dinge, die Geschichten tragen. Dinge, die mit den Jahren an Tiefe gewinnen.

Und wir erleben zugleich, wie selbstverständlich solche gewachsenen Werte und neue Ideen miteinander leben können.

Es ist genau ein Teil dessen, was Molitors Mühle ausmacht.

Althaus der Molitors Mühle
Spuren einer langen Geschichte

Die Geschichte dieses Ortes reicht zurück bis 1701.

Schon zu Beginn war Eichelhütte von Eisenverarbeitung, Handwerk und Wasserkraft geprägt. Aus dieser Zeit sind bis heute sichtbare Spuren erhalten geblieben.

An der Außenfassade des linken Altbaus hängen alte Takenplatten – gusseiserne Reliefplatten, von denen einige hier am Ort gegossen wurden. Eine von ihnen stammt aus dem Jahr 1702.

Auch der große Schornstein gehört zu den Wahrzeichen des Hauses. Er erinnert an die Zeit der Eisenindustrie und an jene Gebäude und Anlagen, aus denen später die Mühle hervorging.

Mahlsteine, Werkzeuge und andere Zeugnisse erzählen weitere Kapitel dieser Geschichte.

So begegnet uns Vergangenheit hier bis heute ganz unmittelbar – in Mauern, Gegenständen und Materialien, die ihren Platz behalten haben.

Brunnen am Eingang der Molitors Mühle

Und auch dort, wo Neues entsteht, darf diese Geschichte weiterklingen.

Unser Brunnen im Hof ist wesentlich jünger. Seine eingemeißelten Motive greifen die Sprache alter Handwerkskunst auf.

Das ist kein Zufall.

Es ist die Handschrift der Familie:
Neues darf entstehen und zugleich etwas von dem behalten, was diesen Ort über Jahrhunderte geprägt hat.

Ein Ort, an dem Zukunft früh begann

Zu dieser Geschichte gehört auch ein erstaunlich früher Blick in die Zukunft.

Am 25. Februar 1889 brannten in Molitors Mühle erstmals drei elektrische Glühlampen – in Küche, Mühle und Wohnzimmer.

Die damalige Küche befindet sich in dem Bereich, in dem heute unsere Rezeption liegt. Das damalige Wohnzimmer ist das heutige Standesamt-Zimmer.

Die elektrische Energie lieferte ein von unserem Großonkel selbst gebauter Dynamo; die Glühlampen kamen aus New York von der Firma von Thomas Edison.

Für jene Zeit war das etwas Außergewöhnliches.

Inbetriebnahme des ersten Dynamos 1889

Ausgerechnet an einem Ort, dessen Geschichte heute von so vielen alten Dingen erzählt, gehörte elektrisches Licht schon damals zum technischen Fortschritt.

Die Molitors Mühle war 1889 in aller Munde, denn praktisch jeder hatte zu der Zeit noch Kerzen zur Beleuchtung seiner Räume.

Vielleicht zeigt sich darin etwas, das Molitors Mühle bis heute begleitet:

Wertschätzung für das Gewachsene und Freude am Neuen.

Diese Haltung lebt weiter

Auch heute gehört technische Entwicklung für uns selbstverständlich zum Haus.

Eine Photovoltaikanlage mit 100 kWp, ein Blockheizkraftwerk und zwei Hackschnitzelheizungen gehören inzwischen zu unserer Energieversorgung.
Moderne Technik findet ihren Platz ebenso wie eine E-Ladestation für unsere Gäste.

Solaranlage der Molitors Mühle

Zwischen den ersten Glühlampen von 1889 und heutigen Energiesystemen liegen derzeit 137 Jahre. Der Erfindungsgeist ist geblieben.

Und vielleicht liegt gerade darin eine schöne Verbindung:
Geschichte bewahren und zugleich aufmerksam dafür bleiben, was die Gegenwart an neuen Möglichkeiten eröffnet.

Ein Raum erzählt davon besonders schön

Unser heutiges Standesamt-Zimmer – die ehemalige Mühlenstube – bringt diese Haltung beinahe wie unter einem Brennglas zusammen.

An der Wand rechts finden sich alte Delfter Kacheln mit den Initialien der zweiten Molitor-Generation. Auf dem Boden liegt ein wertvoller handgeknüpfter Perserteppich.

Trauzimmer in der Molitors Mühle

Rund um einen etwa zweihundert Jahre alten Tisch stehen Stühle, die bereits seit mehr als 150 Jahren Menschen getragen haben. Alte Sessel, eine Staffelei und ein historisches Stehpult gehören ebenso zu diesem Raum.

Die Wände sind mit atmungsaktivem Lehmputz auf Strohmatten verputzt.

Und mitten darin begegnen uns moderne Lampen und ein farbenfrohes zeitgenössisches Gemälde.

Gerade dieses Miteinander lieben wir.

Jede Zeit darf ihre eigene Sprache mitbringen.

Wenn die Dinge miteinander in Beziehung treten, entsteht ein Raum, der weder aus einer einzigen Epoche stammt noch nach einem fertigen Einrichtungskonzept aussieht.

Er ist gewachsen. Und genau darin liegt sein Charakter.

Auch das Kaminzimmer spricht diese Sprache

Unser ursprüngliches Restaurant, das Kaminzimmer, erzählt dieselbe Geschichte auf seine ganz eigene Weise.

Die Feuerstelle ist mehr als dreihundert Jahre alt und wurde so weit wie möglich in ihrer ursprünglichen Form erhalten.

Feuerstelle im Kaminzimmer der Molitors Mühle

An der Decke des Raums hängt ein altes Mühlrad. Einst verrichtete es seinen Dienst in der Mühle.
Heute bildet es eines der prägenden Elemente des Kaminzimmers.

Alte Waagen erinnern an frühere Arbeitsweisen. Historische Türen tragen die Spuren vieler Jahrzehnte.
Vitrinen, Lampen, Schränke, Kleiderständer, Stehpulte und Möbelstücke sind über lange Zeit zusammengekommen.

Kaminzimmer in der Molitors Mühle

Auch ein Anrichtetisch ist für uns kein beliebiges Möbelstück. Ein alter Tisch mit gedrechselten Beinen erfüllt diese Aufgabe ebenso selbstverständlich – und bringt dabei seine eigene Geschichte mit.

So wird aus vielen einzelnen Dingen eine Komposition.

Eine Komposition dessen, was wir lieben.

Dinge mit Charakter

Vielleicht erklärt sich daraus auch die besondere Faszination, die alte Dinge heute vielerorts wieder ausüben.

Oldtimer werden liebevoll erhalten und gesammelt. Langspielplatten finden neue Liebhaber. Historische Möbel werden restauriert. Menschen reisen zu Schlössern, Palästen und Herrenhäusern und staunen über Räume, in denen Generationen ihre Spuren hinterlassen haben.

Darin liegt etwas sehr Menschliches.

Dinge können mehr tragen als ihre bloße Funktion.

Perserteppich im Wintergarten in der Molitors Mühle

Ein handgeknüpfter Teppich im Wintergarten-Restaurant kann die Geduld unzähliger Arbeitsstunden sichtbar machen. Eine alte Kachel im heutigen Trauzimmer kann von den Menschen erzählen, die vor uns hier gelebt haben. Ein Tisch trägt die Spuren vieler Hände. Ein Mühlrad im Kaminzimmer erinnert daran, wofür dieser Ort einmal geschaffen wurde.

Solche Gegenstände begleiten Menschen manchmal über Generationen.

Und mit jedem Jahr kommt etwas hinzu: Gebrauch, Erinnerung, Patina, Geschichte.

So wächst ihr Ausdruck.

Was bleibt – und was weiterwächst

Molitors Mühle entwickelt sich weiter.

Neue Technik kommt hinzu. Neue Kunst findet ihren Platz. Räume verändern sich. Bedürfnisse verändern sich.

Und zugleich gibt es Dinge, deren Wert gerade darin liegt, dass sie geblieben sind.

Ein historischer Perserteppich, ein zweihundert Jahre alter Tisch, Delfter Kacheln, eine Takenplatte aus dem frühen 18. Jahrhundert, ein altes Mühlrad, moderne Kunst, eine E-Ladestation und heutige Energiesysteme können ganz selbstverständlich Teil desselben Hauses sein.

All das bereichert Molitors Mühle.

Vielleicht begleitet uns deshalb beim Weiterentwickeln unseres Hauses immer wieder eine einfache Frage:

Was besitzt einen Wert, gerade weil es geblieben ist?

Unsere Teppiche, Antiquitäten, historischen Gegenstände, technischen Zeugnisse und Spuren der Mühlengeschichte gehören für uns zu einer Schatztruhe, die über Generationen gewachsen ist.

Sie schenken unserem Haus Wärme, Charakter und Eigenständigkeit.

Und genau daran haben wir Freude.

Vielleicht ist es deshalb ein schönes Bild für diesen Ort:

Wir gehen durch historische Türen in die Zukunft.

Wir nehmen mit, was uns trägt, was uns berührt und was diesem Haus seinen Charakter gibt,
und bleiben zugleich offen für das, was neu hinzukommt.

So darf Molitors Mühle weiterwachsen.

Mit Geschichte im Rücken.
Mit Freude an der Gegenwart.
Und mit offenen Türen für die Zukunft.

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